Britische Mobilfunkbetreiber gründen Arbeitsgruppe
Die stetige und revolutionäre Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt macht diesen Sektor zunehmend für die Werbeindustrie interessant. Mobilfunkbetreiber suchen schon seit längerem nach einer Möglichkeit, um Werbung auf das Handy zu bekommen, um auch Handynutzer gezielt ansprechen zu können. Bislang scheiterte dies allerdings immer daran, dass die Netzbetreiber daran festhielten, die einzigen zu sein, die Sendenetze nutzen durften - beziehungsweise nur in Ausnahmefällen die Erlaubnis zur Nutzung zu erteilen.
Ein gemeinsames Abkommen der fünf größten britischen Mobilfunkanbieter könnte die Werbung dem Handy aber nun ein Stück weit näher bringen. Sie haben ein gemeinsames Abkommen geschlossen und planen ein einheitliches System für Handywerbung zu entwickeln. Dafür wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Aufgabe es ist, ein einheitliches Mess-System für das Werbepublikum zu entwickeln, das per Handy erreicht werden kann. Laut Berichten der britischen Zeitung „The Guardian“ wollen es die Betreiber Orange, O2, Vodafone, T-Mobile und Hutchinson 3G möglich machen, dass Kampagnen für das Handy ebenso einfach umzusetzen sind wie für andere Medien.
Dieses Abkommen kommt den Werbetreibenden entgegen, die seit längerem mobile Werbemöglichkeiten nachfragen sowie den Unternehmen, die bemüht sind, dieser Nachfrage nach einem direkten Zugang zur Zielgruppe der Handynutzer nachzukommen. Vor allem interessant ist, dass Erfolge später auch tatsächlich ausgewertet werden können.
Es gibt allerdings noch einiges zu klären: Die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind noch offen und müssen aufgeschlüsselt werden. Ist das einmal geschehen, kann das Handy als Multifunktionsgerät genutzt werden – wovon auch die Werbewirtschaft profitiert. Wenn die Werbung zukünftig nur noch danach unterteilt wird, ob der Bildschirm, auf dem sie erscheint, stationär oder mobil genutzt wird, füllt das Handy perfekt den Bereich „Mobiles“ aus und gliedert sich ein in die Geräte, die für Werbung genutzt werden können.
Doch bis dahin ist noch eine weitere offene Frage zu klären. Wie sieht die Werbung aus, die auf dem Handy erscheint? Welche Art von mobiler Werbung akzeptiert der Konsument und regt ihn im besten Falle zum Kauf an? Sicher ist es nötig, kreative Werbeformen zu finden. Es kann nicht reichen, die traditionellen Werbemittel einfach in die Sprache des Mobilfunks zu übersetzen. Es müssen Neue erfunden werden. Und dann ist immer noch nicht garantiert, dass Mobilfunknutzer damit einverstanden sind, auf ihrem Handy, ihrem Begleiter durch den Alltag, Werbung zu empfangen. Denn letztendlich entscheiden die Nutzer, ob sie Werbung auf ihrem Handy akzeptieren und somit mobile Werbung möglich machen.
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