Archive for January, 2008

Bald Werbung auf dem Handy?

Britische Mobilfunkbetreiber gründen Arbeitsgruppe

Die stetige und revolutionäre Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt macht diesen Sektor zunehmend für die Werbeindustrie interessant. Mobilfunkbetreiber suchen schon seit längerem nach einer Möglichkeit, um Werbung auf das Handy zu bekommen, um auch Handynutzer gezielt ansprechen zu können. Bislang scheiterte dies allerdings immer daran, dass die Netzbetreiber daran festhielten, die einzigen zu sein, die Sendenetze nutzen durften - beziehungsweise nur in Ausnahmefällen die Erlaubnis zur Nutzung zu erteilen.

Ein gemeinsames Abkommen der fünf größten britischen Mobilfunkanbieter könnte die Werbung dem Handy aber nun ein Stück weit näher bringen. Sie haben ein gemeinsames Abkommen geschlossen und planen ein einheitliches System für Handywerbung zu entwickeln. Dafür wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Aufgabe es ist, ein einheitliches Mess-System für das Werbepublikum zu entwickeln, das per Handy erreicht werden kann. Laut Berichten der britischen Zeitung „The Guardian“ wollen es die Betreiber Orange, O2, Vodafone, T-Mobile und Hutchinson 3G möglich machen, dass Kampagnen für das Handy ebenso einfach umzusetzen sind wie für andere Medien.

Dieses Abkommen kommt den Werbetreibenden entgegen, die seit längerem mobile Werbemöglichkeiten nachfragen sowie den Unternehmen, die bemüht sind, dieser Nachfrage nach einem direkten Zugang zur Zielgruppe der Handynutzer nachzukommen. Vor allem interessant ist, dass Erfolge später auch tatsächlich ausgewertet werden können.

Es gibt allerdings noch einiges zu klären: Die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind noch offen und müssen aufgeschlüsselt werden. Ist das einmal geschehen, kann das Handy als Multifunktionsgerät genutzt werden – wovon auch die Werbewirtschaft profitiert. Wenn die Werbung zukünftig nur noch danach unterteilt wird, ob der Bildschirm, auf dem sie erscheint, stationär oder mobil genutzt wird, füllt das Handy perfekt den Bereich „Mobiles“ aus und gliedert sich ein in die Geräte, die für Werbung genutzt werden können.

 

Doch bis dahin ist noch eine weitere offene Frage zu klären. Wie sieht die Werbung aus, die auf dem Handy erscheint? Welche Art von mobiler Werbung akzeptiert der Konsument und regt ihn im besten Falle zum Kauf an? Sicher ist es nötig, kreative Werbeformen zu finden. Es kann nicht reichen, die traditionellen Werbemittel einfach in die Sprache des Mobilfunks zu übersetzen. Es müssen Neue erfunden werden. Und dann ist immer noch nicht garantiert, dass Mobilfunknutzer damit einverstanden sind, auf ihrem Handy, ihrem Begleiter durch den Alltag, Werbung zu empfangen. Denn letztendlich entscheiden die Nutzer, ob sie Werbung auf ihrem Handy akzeptieren und somit mobile Werbung möglich machen.


 

Signatur macht VoIP fälschungssicher: Fraunhofer Gesellschaft erhält Patent

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich digitale Tondokumente während der Aufnahme so signieren lassen, dass eine unbemerkte Manipulation nicht mehr möglich ist.Das deutsche Patentamt hat die von der Fraunhofer Gesellschaft eingereichte Patenschrift - „Verfahren und Vorrichtung zur Sicherung der Integrität und / oder Nichtabstreitbarkeit von paket-basierter, zeitkritischer Kommunikation“ - bereits geprüft und das Patent erteilt.

VoIP fälschungssicher

Schon lange werden von verschiedensten Ereignissen Tonaufnahmen erstellt – sei es zur Dokumentation, Erhaltung für die Nachwelt oder zur Beweissicherung. In der heutigen Zeit vor Allem Digital. Die Vorteile, wie z.B. leichte Handhabung, geringer Platzbedarf und die hohe Qualität sprechen klar für die digitale Speicherung. Allerdings sind die Daten dadurch leichter zu fälschen.

Dies soll durch das patentierte Verfahren anders werden: das Fraunhofer SIT hat bereits eine Software für die VoIP-Telefonie entwickelt, die Telefonate signiert und somit vor unbemerkter Fälschung schützt. Das Verfahren ist, nach Angabe der Entwickler, einfach auf verschiedene Anwendungsbereiche übertragbar.

Digitale Tonaufnahmen werden Paketweise abgespeichert, eine festgelegte Anzahl von diesen Datenpaketen ergibt eine Sequenz, welche durch eine auf dem patentierten Verfahren basierten Software eine eindeutige Signatur erhält. Diese Signatur enthält ebenfalls Informationen über die jeweiligen vorangegangenen und nachfolgenden Sequenzen, wodurch auch ein unbemerktes Ändern der Reihenfolge unmöglich wird.

Mehr noch, im Falle einer Manipulation lässt sich dadurch sogar die exakte Stelle der Manipulation erkennen. Zur Signierung können beliebige Schlüssel und Schlüssellängen benutzt werden, außerdem verträgt sich das Verfahren sogar mit den weltweit geltenden SIP, SDP und RTP Standards aus der VoIP-Telefonie, dadurch kann es leicht und ohne Nachteile für den Nutzer implementiert werden.

Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig: Banken, Behörden, Callcenter etc. – Mündliche Verträge ohne Zeugen und beweissichere Telefonate sind nur zwei der vielen Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens. Vertrauen ist gut – Kontrolle aber eben besser.

Radio der Zukunft spielt auf dem Handy

Neuste Studien belegen, dass mittlerweile 80 Prozent der deutschen Bundesbürger die technische Möglichkeit besitzen digital Radio zu empfangen. Zukünftig ist denkbar, dass Hörfunk vermehrt auf Handys übertragen wird; so sollen schon in den kommenden Jahren Handys mit speziellen digitalen Empfängern ausgerüstet werden.

Radio Handy

Auf den Displays der Handys erscheinen dann zusätzlich zum Radioprogramm auch Sendernamen und weiterreichende Informationen. Der australische Branchenverband Commercial Radio Australia will bereits 2008 einen Testlauf mit entsprechenden Geräten und Hörfunk-Angeboten starten. Die kommerzielle Einführung der Digitalradios ist für das Jahr 2009 geplant.

In Deutschland gibt es ähnliche Tests bereits seit 2007. In diesen Testphasen wurden einige Bilder passend zum Radioprogramm übertragen. Die Möglichkeit digitales Radio mit dem Handy zu empfangen gibt es bereits seit der Fußball-WM 2006.

Der eigens für digitalen Hörfunkempfang entwickelte Standard „Digital Audio Broadcasting“ (DAB) ermöglicht neben besserer Empfangsqualität zusätzlich die Ausstrahlung von diversen Informations- und Datendiensten. So können beispielsweise Informationen zur aktuellen Verkehrssituation, Wetterbericht oder allgemeine Nachrichten gesendet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden.

In Australien verspricht man sich die Ausschöpfung eines großen Hörfunk-Potenzials: Ein Großteil der Handybesitzer, welche mit der Möglichkeit des digitalen Radioempfangs ausgestattet sind, nutzen diesen Dienst regelmäßig. So könnte ein eingebauter digitaler Radioempfänger alsbald zu einem entscheidenden Kaufkriterium bei mobilen Endgeräten werden. Der Nutzer hat in jedem Falle nur Vorteile – bekommt er doch kostenfrei aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt.